Archive for March, 2010

Siegfried Zielinski: Gott ist elektrisch / meine Seele ist elektrisch / die Natur ist elektrisch – Theologie des Magnetismus und der Elektrizität von der frühen Neuzeit bis zur Aufklärung

Tuesday, March 16th, 2010

Ein Vortrag von Siegfried Zielinski
im Rahmen der Ausstellung «Magnetische Erfahrungen»

Datum und Zeit: 17.März 2010 um 18.15 Uhr
Ort: Vortragssaal der Zentralbibliothek (Zähringerplatz 6, 8001 Zürich)
Eintritt: frei

Mit der Ankunft des Internet in der Massenkultur der frühen 1990er
entwickelte sich, ausgehend von Kalifornien, eine ausgeprägte Metaphysik der Telekommunikation. Sie feierte die Ankunft der neuen telematischen Netze  wie einen Segen für die Menschheit und erklärte sie zum Allheilmittel für die Lösung ökonomischer, kultureller und  politischer Probleme. Auch Teile der aktionistischen Kunst-Szene betätigten sich als Missionare und versuchten davon zu überzeugen, dass wir alle unbedingt und rasch ans Netz angeschlossen sein müssten, weil die Zukunft der individuellen und gesellschaftlichen Existenzen entweder online oder gar nicht wäre. – Indem ich die barocke Idee des Magnetismus als Grundlage für die Gedankenwelt der elektrischen Theologen des 18. Jahrhunderts diskutiere, werfe ich nicht nur ein neues Licht auf die Experimentalkultur der Aufklärung als eine der entscheidenden Quellen
für eine künstlerische Praxis, die durch technische Medien hindurch realisiert wird. Ich versuche Voraussetzungen einer Kritik an der
folgenreichen Metaphysik der Telekommunikation zu formulieren.

Siegfried Zielinski ist Professor  für Medientheorie mit dem Schwerpunkt Archäologie & Variantologie der Medien und Leiter des
Vilém-Flusser-Archivsan der Universität der Künste Berlin; Michel-Foucault-Professor an der European Graduate School in Saas Fee;
er veröffentlicht derzeit im Themenfeld von Vortrag und Ausstellung die Reihe “Variantology – On Deep Time Relations of Arts, Sciences and
Technologies”
, mit den Schwerpunkten Arabic-Islamic World (4); China (3) and Elsewhere (1-2) Köln: Walther König, 2005-.

Barbara Ellmerer: Blumenstücke (Liebespflanzen)

Sunday, March 14th, 2010

24. Februar – 27. März 2010

Mittwoch, 17. März 2010, 18.30 Uhr:
Alice Henkes, Kunstkritikerin, im Gespräch mit Barbara Ellmerer

Hallucinogen, 2009, Öl/Bw, 80×110 cm
Liebestrank, 2009, Öl/Bw, 50×60 cm

Tuesday, March 9th, 2010

magnetische-erfahrungen-poster

Magnetische Erfahrungen – Kunst begegnet Naturwissenschaft

Ausstellung im Katalogsaal der Zentralbibliothek Zürich vom 13. Januar bis 16. Juni 2010

Ein Hirte namens Magnes soll die magnetische Anziehungskraft entdeckt haben, als er sich in Schuhen mit Eisennägeln und seinem eisenbeschlagenen Stock plötzlich nicht mehr von der Stelle rühren konnte. Von ihm, so berichtet Plinius, hat der Magnet seinen Namen erhalten. «Magnetismus» ist zunächst die Beschäftigung mit einem Stein, der besondere Eigenschaften besitzt, die sich auf Nadeln aus Eisen und Stahl übertragen lassen. Sie führt allmählich zu Vorstellungen einer magnetischen Kraft. Damit rücken Neigung und Abweichung als Begriffe bei Naturforschern wie bei Künstlern und Dichtern ins Zentrum des Interesses. Die Ausstellung dokumentiert Etappen der Erforschung der physikalischen Kraft. Sie erzählt Magnes’ Geschichte in Gedichten und zeigt in Text und Bild, wie sich das Wissen über den Magnetismus geformt hat. Vier Zürcher Künstlerinnen und Künstler der Gegenwart setzen sich in eigens für die Ausstellung entwickelten Werken mit den historischen Bilddokumenten auseinander.
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