Medien/Wissenschaft/Geschichte

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26. Mai 2016 Gespräch mit Nils Röller. 11 Uhr in der Bauhausstraße 11, Raum 013

Welchen Einfluss haben Medien auf die Entstehung und Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse? Wie wirken sich neuartige Techniken zur Visualisierung, Kommunikation und Speicherung von wissenschaftlichen Daten auf den Forschungsprozess aus? Welchen Beitrag liefert umgekehrt die wissenschaftliche Forschung zur Entstehung neuer Medien?

In den letzten Jahren hat sich das Übergangsfeld zwischen Medienwissenschaft und Wissenschaftsgeschichte zu einem ebenso relevanten wie attraktiven Bereich der kultur- und geisteswissenschaftlichen Forschung entwickelt. Zu seinem Gegenstandsbereich gehört u.a. die Geschichte wissenschaftlicher Instrumente, die Entstehung und Entwicklung des wissenschaftlichen Films und die Epistemologie digitaler Bibliotheken und Museen.

Ziel des Projekts ist es, das Übergangsfeld zwischen Medienwissenschaft und Wissenschaftsgeschichte in einer Reihe von Vorträgen und Gesprächen genauer zu umreißen, die relevanten theoretischen Ressourcen zu erschließen sowie aktuelle Problem- und Fragestellungen zu präzisieren.

Nils Röller: Steindenken – Zur Formgeschichte der Polarität

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Denkerei
16 Uhr, Denkerei, Oranienplatz 2, 10999 Berlin Nils Röller: Steindenken – Zur Formgeschichte der Polarität
Ein äußerlich unauffälliger Stein avanciert im Spätmittelalter zu einem Modell für den Kosmos. Diesen Aspekt der Geschichte des Magnetismus untersucht der Vortrag in Hinblick auf ein Paradigma für Gestaltung von Steinen an der epistemisch variablen Grenzen zwischen belebt und unbelebt.
Nils Röller ist Professor für Medien- und Kulturtheorie an der Zürcher Hochschule der Künste. Er veröffentlichte u.a.: Magnetismus – Eine Geschichte der Orientierung (Paderborn: Fink, 2010); Über Kräfte – Eine Untersuchung des Journals für Kunst, Sex und Mathematik (gemeinsam mit Barbara Ellmerer und Yves Netzhammer Berlin: Merve, 2014).

Vorstellung im SPHÈRES am 22. Februar 2016, 19 Uhr

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Präsentation von IDIOME, Hefte für Neue Prosa nr. 8 im SPHÈRES, mit Lesungen von Nils Röller aus seinem neuen Projekt „Kaisersucht“ und Elisabeth Wandeler-Deck. Florian Neuner stellt das Heft vor und wird die Gelegenheit nutzen, um kurz an den Schriftsteller und Linguisten Chris Bezzel, verstorben vor einem Jahr, zu erinnern.

Sphères, Bar, Buch, Bühne, Hardturmstrasse 66, CH-8005 Zürich, Tram 17 bis Förrlibuckstrasse

Idiome Hefte für Neue Prosa nr.8

Laurent Stalder, Georg Vrachliotis (Hg.), Fritz Haller Architekt und Forscher

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Mit einem Beitrag von Nils Röller: „Architekturen der Bodenlosigkeit: Haller und Flusser im Dialog“, in: Laurent Stalder, Georg Vrachliotis (Hg.), Fritz Haller Architekt und Forscher (Zürich: gta-Verlag, 2016).

Textauszug:

Die Rolle des Arztes, der abwägt, ob er einen Menschen als Patienten oder als agierendes Subjekt behandeln soll, wird Vilém Flusser für sich in Anspruch genommen haben, während er Fritz Haller die Rolle eines Brückenbaumeisters, der Sachzwängen unterworfen ist, reserviert haben dürfte. Die Voraussetzungen für einen Dialog zwischen dem Architekten, Hochschullehrer und Forscher Haller und dem freischaffenden essayistisch formulierenden Philosophen Flusser sind aus lebensgeschichtlichen, kulturellen und epistemischen Gründen denkbar schlecht, wenn unter einem Dialog ein balancierter Austausch verstanden wird, in dem Spielregeln eingehalten werden, die zu einem Ergebnis führen, in dem sich die Beteiligten ausgewogen berücksichtigt finden. Diese negative Einschätzung lässt sich nach der Lektüre von Flussers Autobiografie Bodenlos treffen. Es spricht für den Schweizer Fritz Haller, dass er sich auf einen Theoretiker einliess, der einen asymmetrischen Austausch in der Informationsgesellschaft für angemessen hält. Ebenso zeigt es sich, dass die Umstände für ihre Begegnung günstig und produktiv waren.

Beide wurden als Mitteleuropäer in den 1920er Jahren geboren, Flusser 1920 in Prag, Haller 1924 in Solothurn. Auf der Flucht vor den Nationalsozialisten musste der Jude Flusser sein Philosophiestudium an der Universität abbrechen, sich in London als Texter über Wasser halten und dann in Brasilien als Angestellter seines Schwiegervaters seine Existenz zwiegespalten sichern: Tagsüber verdiente er als Direktor der Radio- und Transformatorenfabrik Stabivolt den Lebensunterhalt, nachts ging er philosophischen Studien nach. In den sechziger Jahren entscheidet er sich, in São Paulo als Schriftsteller tätig zu werden, er doziert an Hochschulen und ist an der Entwicklung von Curricula beteiligt, ebenso an der Konzeption und Recherche für die Biennale von São Paulo. Letzteres wird zu einem Vehikel, das Flusser und seine Frau 1972 nutzen, um Brasilien zu verlassen. 1991 stirbt Flusser am 27. November bei der Rückkehr von einem Vortrag in Prag. Damit endet abrupt eine Phase, in der er Kulturpolitiker fasziniert und als Vortragender Säle gefüllt hat.

Gespräch zum Thema Kulturförderung

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Im Rahmen der Ausstellung von Daniel V. Keller „PASTCORNERS – REARRANGED“ im Kunstraum Kreuzlingen fand am 10. Januar 2016 ein Gespräch zum Thema Kulturförderung / Förderung Junger Kunst statt mit:

Daniel V. Keller, 16. Preisträger des Adolf-Dietrich-Förderpreises der Thurgauischen Kunstgesellschaft

Gioia Dal Molin, Beauftragte der Kulturstiftung Thurgau

Nils Röller, Professor für Kultur- und Medientheorie an der Zürcher Hochschule der Künste

Geleitet von Ute Christiane Hoefert, Kunsthistorikerin

Neujahrsgespräch im Kunstraum Kreuzlingen Neujahrsgespräch im Kunstraum Kreuzlingen Neujahrsgespräch im Kunstraum Kreuzlingen

Kontakt: Selbstbeobachtung.

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Kürzlich ist im Suhrkamp Verlag der von Thomas Eder und Thomas Raab herausgegebene Sammelband “Selbstbeobachtung: Oswald Wieners Denkpsychologie” erschienen. Er fasst nicht nur einige Jahre Arbeit der mittlerweile einige Leute umfassenden Forschungsgruppe an einer “empirisch belastbaren” Theorie der menschlichen Intelligenz zusammen, sondern gibt auch jenen argumentatives Futter, die der statistischen Theorie der menschlichen Kompetenz mittels “Big data” noch nicht klein beigeben wollen.

Nach einer pro­gram­matischen Ein­leitung und zwei grund­legenden Glossar­studien Oswald Wieners zu den elemen­taren Tat­sachen der Selbst­be­obach­tung werden anhand von Fallstudien in den Aufgabengebieten Geometrie, Topologie, Vermessung, Arithmetik, Literatur, Musik sowie elementare Vorstellen viele Facetten einer neuen Psychologie des Denkens und des Affekts beleuchtet.

Leseprobe

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Towards Cuzco

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2003_-_publikation_-_towards-cuzko

Photo: Alfred Strand

In den peruanischen Anden soll eine Medienakademie entstehen. Zur Vorbereitung werden E-Mails zwischen Internet-Cafés in Kalk und Cuzco ausgetauscht. 55 E-Mails werden zwischen der Hauptstadt des untergegangenen Inka-Reiches Cuzco und dem vernachlässigten Kölner Stadtteil Kalk gewechselt. In den Mails wird das reiche audiovisuelle Geschehen in der peruanischen und der Mischkultur des rechtsrheinischen Viertels verarbeitet und mit Fragestellungen der Medientheorie verflochten. S. schreibt aus den peruanischen Anden. Dort soll eine Akademie entstehen, die zwischen der schriftlosen Kultur der Inkas und präkolumbianischer Kulturen und der Welt der digitalen Medien vermittelt. Die Mails von K. verarbeiten sinnliche Reize aus seiner Umgebung in Köln-Kalk, die durch lokaltypische Spannungen aufgeladen ist.

Nils Röller, Towards Cuzco  – Ein E-Mail-Wechsel zwischen Kalk und Cuzco, ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe 2003

literatur Oswald Wiener Selbstbeobachtung – Denkpsychologie Symposium und Fest

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literatur

Oswald Wiener
Selbstbeobachtung – Denkpsychologie
Symposium und Fest

8. bis 11. oktober 2015
kunsthaus muerz

Konzept: Thomas Eder, Cornell Schreiber und Benjamin Angerer

Oswald Wiener hat mit seinem Weg aus der Literatur und in die Wissenschaft den Avantgarden in den letzten fünfzig Jahren ihre Richtung gewiesen. Seine Denkpsychologie, die auf Selbstbeobachtung fußt, ist in einem soeben im Suhrkamp-Verlag erschienenen Band dokumentiert.

Aufbauend auf dem in diesem Band Publizierten ist das nun zum 80. Geburtstag Wieners veranstaltete Symposium eine Initialzündung einer weiteren Phase der Theoriegewinnung – unter Beteiligung vor allem jüngerer Wissenschaftler und Künstlerinnen.

Die Teilnehmenden präsentieren in Impulsvorträgen Theoriebeiträge, methodologische Erwägungen und Selbstbeobachtungen aus Gegenstandsbereichen wie Musik- und Literaturrezeption, Lösen topologischer und physikalischer Probleme sowie Tanzimprovisation. Diesen längeren Beiträgen zur Seite steht eine Reihe kürzerer “Lightning Talks”, in denen Künstler und Jungwissenschaftler kurze Eindrücke ihrer jeweiligen Arbeit vermitteln.

Das Tagungsprogramm wird abends durch ein Kunstprogramm ergänzt: Dem Werk Wieners nahestehende Künstlerinnen und Künstler lesen aus ihren Texten und präsentieren Filme.

donnerstag, 08. oktober 2015
kunsthaus muerz
18.00 uhr

Begrüßung und Einführung durch Thomas Eder, Thomas Raab, Cornell Schreiber und
Benjamin Angerer

freitag, 09. oktober 2015
kunsthaus muerz

9.30-12.30 uhr
Beiträge zu denkpsychologischen Studien
Michael Schwarz: Einsichtiges Denken
Pablo León Villagrá: Kausales Denken – Bayesianische Modelle im Dialog mit der Wiener`schen Denkpsychologie
Cornell Schreiber: Konstruktion einer Kreuzfaltung. Selbstbeobachtungen zum lebendigen Denken

14.30-15.00 uhr
Kurzvorträge
Albert Müller: Im Gespinst der Kybernetik
Peter Rantasa: Über die langsame Verfertigung der Gedanken beim Sprechen
Clemens Korndörfer: “Representation Learning” als Mechanismus des Modellerwerbs
Peter Hochenauer: Selbstbeobachtung – Bemerkungen aus der Perspektive des Zen Buddhismus

15.00-17.00 uhr
Beiträge zur Kognitionstheorie
Thomas Raab: Embodied Situated Cognition à la Wiener
Joscha Bach: Die Datenstrukturen des Denkens

18.00-20.00 uhr
Haupt-Vortrag
Oswald Wiener: Die IdeoMotor-Hypothese

20.30-21.00 uhr
Ausstellung Ingrid Wiener: Traumzeichnungen
Nils Röller: Rede

samstag, 10. oktober 2015
kunsthaus muerz

9.30-12.30 uhr
Beiträge zu methodologischen Fragen
Stefan Schneider: Was gibt Selbstbeobachtung her? Praktischer Vergleich mit verwandter Forschung zum Verstehen physikalischer Sachverhalte
Michael Kimmel: Die Mikrogenese von körperlicher Interaktion: Zwischenleibliches Wirkwissen, Improvisation und dynamische Ordnung
Benjamin Angerer: Entwicklung eines Versuchsdesigns für die experimentelle Selbstbeobachtung

14.30-15.00 uhr
Kurzvorträge
Nils Röller: Lesung aus “Roth der Große” und Kommentar zu Wittgenstein, Jünger und Wiener
Benedikt Ledebur: Selbstbeobachtung beim Übersetzen
Walter Fähndrich: Klänge; – Wenn man den Halt verliert

15.00-18.00 uhr
Beiträge zu den Bereichen Sprache, Musik und Literatur
Thomas Eder: Ambiguität.
Selbstbeobachtungen zum Unterschied beim qsprachlichen versus qbildlichen Vorstellen
František Lesák: Beobachten und Berichten.
En plein air mit Grünem Heinrich
Johannes Ullmaier: Orchesterkampf. Über das Verhältnis von intern und extern induziertem Musikerleben am Beispiel der Dynamik

19.00-21.00 uhr
Lesungen und Filmvorführungen
Franz Josef Czernin, Rosa Barba, Ann Cotten, Brigitta Falkner

sonntag, 11. oktober 2015
neuberg an der muerz, festsaal der gemeinde
10.00-13.00 uhr

Resümee und Abschlussdiskussion

Der Eintritt ist frei.

Am 5.10.2015 hält Oswald Wiener im Literaturhaus Graz einen Vortrag mit dem Titel: Kybernetik und Gespenster
Informationen:
http://www.literaturhaus-graz.at/veranstaltung/oswald-wiener-kybernetik-und-gespenster/

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