Normalität – & keineswegs eine »neue« – in der IDIOME-Redaktion: Heft 13 ist planmäßig erschienen!

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112 Seiten, brosch.
ISBN 978-3-903110-57-1
12.- €

gegen den strich nennt Urs Jaeggi eine neue Textsammlung, aus der im neuen Heft Auszüge zu lesen sind und wo es auch heißt: »es gab und gibt uns. es ga?be uns nicht wenn der zufall es anders gewollt ha?tte. es gibt uns als nichtchima?ren als eingebildete als existierende arbeitende oder arbeitslose als armreiche und reicharme usw. als auf der flucht befindliche geba?rende als ba?nker proleten rat- und orientierungslose, versoffene politiker, als ausgewiesene«.

Ein Werkstattgespräch mit Jürgen Link erörtert die Aktualität Friedrich Hölderlins, während Friederike Kretzen sich mit der räuberischen Poetik Robert Walsers beschäftigt und Mathias Traxler sich Eugenio Montale zuwendet. Wolfram Malte Fues wiederum nimmt das »Erzählen im digitalen Zeitalter« in den Blick, und Erhan Altan denkt über sein Übersetzer-Dasein zwischen der österreichischen und der türkischen Literatur nach.

Heft 13 enthält außerdem Texte des jüngst verstorbenen Hermann J. Hendrich sowie von Peter Enzinger, Marlene Hachmeister, Johannes Jansen, Philipp Kampa, Margret Kreidl, Mariusz Lata, Thomas Raab, Nils Röller, Stefan Schweiger, Dieter Sperl, Christian Steinbacher, Richard Wall & Peter Walther – außerdem Photos von Walter Ebenhofer & Fritz Lichtenauer.

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IDIOME Hefte für Neue Prosa
Redaktion Berlin: c/o Florian Neuner, Lübecker Str. 3, D 10559 Berlin Redaktion Wien: Klever Verlag, Hochstetterg. 4/1, A 1020 Wien

Lektüre: Ikonen des Gesetzes – Jan Kuhlbrodt in den Signaturen

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Lektüre in den Signaturen

Jan Kuhlbrodt: Aus der Wüste
Ich hatte im Januar begonnen, ein Buch des italienischen Philosophen Massimo Cacciari zu lesen, das gerade in einer Übersetzung von Nils Röller im Wilhelm Fink Verlag erschienen war. IKONEN DES GESETZES. Cacciari lebt und lehrt in Venedig und war sogar eine Zeitlang Bürgermeister der Lagunenstadt. Zudem war er mit dem Komponisten Luigi Nono eng befreundet. Dass die Verbindung von Philosophie und zeitgenössischer Musik eine fruchtbare sein kann, wissen wir nicht erst seit Adorno und dessen Analysen zu neuer Musik und seiner Verbindung zur Neuen Wiener Schule. Das Buch Cacciaris kulminiert dann auch in einer Interpretation von und Auseinandersetumg mit Schoenbergs Opernfragment „Moses und Aaron“. Der Blick auf die gegenseitige Verwiesenheit der titelgebenden Figuren, und das damit zusammenhängende Moment des Nie-ganz-bei-sich-Seins rücken hier ins Zentrum. Ich gebe zu, es handelt sich nicht um Text, den man gerade mal so wegliest. Aber was wären Lektüren ohne Widerstände? Aus Lektüren erwachsen Lektüren. So bilden sich neben dem Buch und um das Buch herum, das gerade das Zentrum ist, kleine Stapel von Folgetexten. Und vielleicht ist es das, was Lesen für mich ausmacht, ein lustvolles sich Verirren in einer unabschließbaren Welt.
Ikonen des Gesetzes beginnt mit einer Meditation zu Franz Rosenzweigs „Stern der Erlösung“, und auf Seite 11 findet sich folgende Passage: „Erzählende Philosophie“ ist ein Zitat von Schelling. Hier finden wir den anderen konstitutiven Moment jenes paradoxen, philosophischen Systems, das der Stern sein wollte, den romantischen Moment, der in einem Sinn wiederbelebt worden ist, der ihn strikt vom idealistischen Flussbett unterscheidet. Zur Zeit der Abfassung seines Buches erklärte sich Rosenzweig bereits als Anti-Hegelianer und bemerkenswerter Weise als Schellingianer. Aber dieser Einfluss besonders der Weltalter, betrifft den Dreh- und Angelpunkt des neuen Denkens: Das Verhältnis zwischen Voraussetzung und erzählender Philosophie.”
Hier bei Cacciari kommt einiges zusammen, denn er klopft belletristische Texte auf ihren philosophischen und religiösen Gehalt ab. Das Buch bildet z.B. eine faszinierende Engführung von Rosenzweig, den ich endlich lese, Freud, den ich lange nicht gelesen habe, und Kafka, den ich eigentlich immer lese: „Das, was die Sprache gegeben hat (die heilige und unzerstörbare bei Rosenzweig), offenbart sich als Figur des Schweigens – das Schweigen steht in der Identität jener Sprache, es ist deshalb nicht das alleinige Schweigen der Antwort, sondern die Dimension des Fragens – ein Halt im Fortschreiten.“ Es ist immer wieder die Wüste, die einen eigentümlichen Topos bildet. Nicht nur bei Cacciari und den von ihm herangeführten Autoren. Man kann sie auch bei Nietzsche finden, und auch hier mit einem verstörendem Heimatbezug. Und vielleicht liegt es an der Stille, die die Wüste zumindest in meiner Vorstellung ausmacht. Im Nachwort von Nils Röller folgende Passage: „Ein Schlüsselbegriff in der Zusammenarbeit des Komponisten (Nono) mit dem Philosophen ist Stille. Es ist eine Stille, die anruft, tragisch-schmerzhaft erklingt, und ein Fehlen, ein Nicht-Zufriedensein mit der Welt ausdrückt und damit klar zu unterscheiden ist von der Stille in den Werken von John Cage. Dort wird Stille kompositorisch als eine Öffnung aufgefasst für die Umgebung und den Reichtum dessen, was gegeben und anwesend ist.“

 
 

Ikonen des Gesetzes

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Ikonen des Gesetzes
Aus dem Italienischen und mit einem Nachwort versehen von Nils Röller

1. Aufl. 2018, VIII + 285 Seiten, Festeinband
ISBN: 978-3-7705-6379-1

EUR 99.00 / CHF 117.80

Die Ikonen des Gesetzes fokussieren die Frage, wie absolut Mögliches ausgedrückt werden kann. Dazu werden Parallelen zwischen der bildenden Kunst, der Literatur, der Philosophie und der modernen Mathematik analysiert. Das Buch ist ein Schlüssel zum philosophischen Werk von Cacciari. Es ist lesbar als eine Ästhetik, die Cacciari mit dem Komponisten Luigi Nono erschlossen hat. Ihr gemeinsames Programm zielt auf die Sprengung des Kontinuums von Raum und Zeit, auf die Möglichkeit, die radikale Veränderung denkbar werden lässt.
Das Nachwort orientiert über das philosophische Werk Cacciaris und dessen fragmentarische Rezeption in deutschen Übersetzungen.

Matinee: Roth der Grosse

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Aktuell
Berlin

Matinee “Roth der Große”
Sonntag, 9. September 2018
12.00 bis 13.00 Uhr

Literarische Annäherung an die Künstlerfigur
Dieter Roth mit Nils Röller und Henning Nass

Buchhandlung Walther König
an der Museumsinsel
Burgstraße 27, 10178 Berlin

Das Buch finden Sie hier.

Im Anschluß an eine Lesung aus Roth der Große unterhält
sich der Autor Nils Röller mit dem Theatermann Henning
Nass zum Thema Dieter Roth und dessen künstlerisch,
literarisch und typographisch experimentellen Büchern.
Bücher von Dieter Roth aus unserem Künstlerbuchraum
liegen am Sonntag zur Ansicht in der Buchhandlung aus.

Berlin im August 2018
Christian Posthofen

Buchhandlung Walther König
an der Museumsinsel
Burgstraße 27
10178 Berlin
Tel: 030 2576 098 0
Fax: 030 2576 098 29
E-mail: berlinburg@buchhandlung-walther-koenig.de

Idiome Prosawerkstatt Berlin am 2.9. 2018

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E i n l a d u n g

Zur IDIOME Prosawerkstatt Berlin (III) in der Luxus Bar, Prenzlauer Allee 197, Berlin-Prenzlauer Berg
Am 2. September um 21h
Mit Veronika Reichl, Nils Röller & Ulrich Schlotmann
Moderation: Florian Neuner

Ein Abend mit AutorInnen der aktuellen Nummer 11 der Zeitschrift »Idiome. Hefte für Neue Prosa«, hg. von Ralph Klever & Florian Neuner

Veronika Reichl, geb. 1973, lebt in Berlin, Veröffentlichungen in Zeitschriften wie »Bella Triste«, »LIT« und »RealPoetics«
Nils Röller, geb. 1966, lebt in Zürich, zuletzt: »Bittermeer. Mare amoroso« (Wien: Klever 2017)
Ulrich Schlotmann, geb. 1962, lebt in Berlin, zuletzt: »Dichtarbeit. Prozesse des Schreibens« (hg. gemeinsam mit Max Aufischer, Klagenfurt: Ritter 2016)

Die Luxus Bar ist ab 20 Uhr geöffnet.

www.klever-verlag.com
www.facebook.com/idiome.neueprosa