Swiss Knife of Communication – Peter Schneider und Nils Röller im Gespräch

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31.05.2010 um 20h
Sphères Bar
Hardturmstr. 66
8005 Zürich

MIT DEM TITEL “A SWISS KNIFE OF COMMUNICATION” STELLTE UNLÄNGST EINE INDISCHE WOCHENZEITSCHRIFT EINE NEUE GENERATION MOBILTELEFONE AUF IHREM COVER VOR. ZU EINEM GESPRÄCH ÜBER DIESE KÜHNE METAPHER, DIE SCHNEIDEN UND KOMMUNIZIEREN, TRENNEN UND BRÜCKEN BAUEN VEREINT, TREFFEN PETER SCHNEIDER UND NILS RÖLLER IM SPHÈRES ZUSAMMEN.

ANLASS DES GESPRÄCHS IST DAS JAHRBUCH “VISUAL ARTS” DES HABITAT CENTRE, NEW DELHI, DAS 2009 ALS INDISCHSCHWEIZERISCHE KO-PRODUKTION IN ZUSAMMENARBEIT MIT DER PRO HELVETIA NEW DELHI ENTSTANDEN IST. DAS JAHRBUCH UNTERSUCHT EINFLÜSSE DER NEUEN MEDIEN AUF DAS AKTUELLE KUNSTSCHAFFEN IN 22 BEITRÄGEN AUS DER SCHWEIZ UND INDIEN. HERAUSGEBER DES JAHRBUCHS SIND ALKA PANDE UND NILS RÖLLER.
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Biju Joze: Swistik pocket. Source: Made by Indians. Paris: Galerie Enrico Navarra, 2007

Vilém Flusser: Zum 90. Geburtstag

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Aus diesem Anlass postet das Journal für Kunst, Sex und Mathematik die “Serie Flusser” der spanischen Künstlerin Darya von Berner.

Darya von Berner: Serie Flusser- Fuera de Texto: Hell, Papel fotográfico Ilford Flex, metácrilatosiliconado sobre aluminio 74 x 123, Madrid 6/2/2001

Vilém Flusser’s (12.5.1920-27.11.1991) theoretical work is an example of the critical understanding of the dominant role of writing in western society. On the other hand he serves as a counterexample: Flusser substitutes the domination of writing by the dominance of computing. He replaces one medium on the top of the hierarchy of communication by another one. His work integrates aspects of modern nomadism with the theory and history of exact sciences. As a writer he felt challenged by the impact of computer technology on text production. On the one hand Flusser argues that computer culture will dominate all aspects of civilized life, on the other hand he strengthens the position that this domination has to be counterbalanced by inter-subjective values. One part of his thinking is a prophecy, saying that exact sciences and their major tool – the computer – will overwhelm the culture of writing. He regards computer processed mathematical functions as far more sufficient in describing phenomena than writing. Therefore the art of bookmaking and of authorship will die. On the other hand thinking and philosophy will survive when the computer is used dialogically. Flusser believes that the computer on the one hand will help to establish a technocracy of scientists, a new authority, but on the other hand it can be used to set up intersubjective relations and to overcome the authority of monological narrators. Flusser points out the communicational and mediational potentials of the computer. We see Vilém Flusser engaged in a conflict between the traditional communication of writing and the event of computer based communication. Problematic is Flussers impetus to establish the sovereignty of the computer. He reorganizes written history under the effect of a technological revolution, and establishes by himself a historical order, leading directly to the advent of the computer, which he regards as a tool to establish a new technocracy. Often he writes that the remaining time in which to fight and avoid this technocracy is short.*

* Extract from Nils Röller: „Hierarchies of Communication“. In: Diebner, Hans and Ramsay, Lehan (eds.): Hierarchies of Communication. Karlsruhe: ZKM, 2003.

Ausstellung Kunstmaler Kurt Lanz – Einladung

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Aus besonderem Anlass unterstützen wir eine Kunstausstellung. Am 16. Mai feiert der ehemalige Hilfsgärtner und spät berufene Kunstmaler Kurt Lanz seinen 80. Geburtstag. Kurt ist nicht irgendwer. Kurt ist mein Onkel. Zusammen mit weiteren Familienangehörigen haben wir uns entschieden, eine erste Ausstellung mit seinen Werken zu organisieren. Dies in Würdigung seiner Kreativität. Und aus Dankbarkeit, dass Kurt in fortgeschrittenem Alter zufrieden und ungestört einer neuen Berufung nachleben darf. Die Ausstellung findet im Alters- und Pflegeheim Le Manoir in Gampelen BE bei Ins statt, wo Kurt seit zehn Jahren wohnt.

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Patronat
Dr. h.c. Annemarie Huber-Hotz, a. Bundeskanzlerin, Bern
Alex Bänninger, Kulturpublizist, Stettfurt/TG
Prof. Dr. Siegfried Zielinski, Akademie der Künste Berlin
Mit Unterstützung
der Hans Vontobel Stiftung zur Förderung des Gemeinwohls (Zürich)
sowie der Gemeinden Erlach, Gampelen und Rohrbach
Kontakt
Freunde Kunstmaler Kurt Lanz
c/o Maurer Partner Communications AG, Marktgasse 29, Postfach 3000 Bern 7
freunde@kurt-lanz.ch, www.kurt-lanz.ch
©Freunde Kunstmaler Kurt Lanz

Peter Schneider: Die Bildungsblase und der Verfall der universitären Autorität

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Die erste Veröffentlichung des Verlags sphères Zürich enthält zwei Aufsätze des Philosophen und Psychoanalytikers Peter Schneider zur zeitgenössischen Bildung.

Zürich: sphères, 2010.

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Peter Schneider

Siehe auch: Peter Schneider: Building Bridges. In: Alka Pande and Nils Röller (eds.): Visual Arts – The India Habitat Centre’ s Art Journal. New Delhi: Habitat Centre, 2009.


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Cover: Visual Arts: The India Habitat Centre’s Art Journal

Siegfried Zielinski: Gott ist elektrisch / meine Seele ist elektrisch / die Natur ist elektrisch – Theologie des Magnetismus und der Elektrizität von der frühen Neuzeit bis zur Aufklärung

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Ein Vortrag von Siegfried Zielinski
im Rahmen der Ausstellung «Magnetische Erfahrungen»

Datum und Zeit: 17.März 2010 um 18.15 Uhr
Ort: Vortragssaal der Zentralbibliothek (Zähringerplatz 6, 8001 Zürich)
Eintritt: frei

Mit der Ankunft des Internet in der Massenkultur der frühen 1990er
entwickelte sich, ausgehend von Kalifornien, eine ausgeprägte Metaphysik der Telekommunikation. Sie feierte die Ankunft der neuen telematischen Netze  wie einen Segen für die Menschheit und erklärte sie zum Allheilmittel für die Lösung ökonomischer, kultureller und  politischer Probleme. Auch Teile der aktionistischen Kunst-Szene betätigten sich als Missionare und versuchten davon zu überzeugen, dass wir alle unbedingt und rasch ans Netz angeschlossen sein müssten, weil die Zukunft der individuellen und gesellschaftlichen Existenzen entweder online oder gar nicht wäre. – Indem ich die barocke Idee des Magnetismus als Grundlage für die Gedankenwelt der elektrischen Theologen des 18. Jahrhunderts diskutiere, werfe ich nicht nur ein neues Licht auf die Experimentalkultur der Aufklärung als eine der entscheidenden Quellen
für eine künstlerische Praxis, die durch technische Medien hindurch realisiert wird. Ich versuche Voraussetzungen einer Kritik an der
folgenreichen Metaphysik der Telekommunikation zu formulieren.

Siegfried Zielinski ist Professor  für Medientheorie mit dem Schwerpunkt Archäologie & Variantologie der Medien und Leiter des
Vilém-Flusser-Archivsan der Universität der Künste Berlin; Michel-Foucault-Professor an der European Graduate School in Saas Fee;
er veröffentlicht derzeit im Themenfeld von Vortrag und Ausstellung die Reihe “Variantology – On Deep Time Relations of Arts, Sciences and
Technologies”
, mit den Schwerpunkten Arabic-Islamic World (4); China (3) and Elsewhere (1-2) Köln: Walther König, 2005-.

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Magnetische Erfahrungen – Kunst begegnet Naturwissenschaft

Ausstellung im Katalogsaal der Zentralbibliothek Zürich vom 13. Januar bis 16. Juni 2010

Ein Hirte namens Magnes soll die magnetische Anziehungskraft entdeckt haben, als er sich in Schuhen mit Eisennägeln und seinem eisenbeschlagenen Stock plötzlich nicht mehr von der Stelle rühren konnte. Von ihm, so berichtet Plinius, hat der Magnet seinen Namen erhalten. «Magnetismus» ist zunächst die Beschäftigung mit einem Stein, der besondere Eigenschaften besitzt, die sich auf Nadeln aus Eisen und Stahl übertragen lassen. Sie führt allmählich zu Vorstellungen einer magnetischen Kraft. Damit rücken Neigung und Abweichung als Begriffe bei Naturforschern wie bei Künstlern und Dichtern ins Zentrum des Interesses. Die Ausstellung dokumentiert Etappen der Erforschung der physikalischen Kraft. Sie erzählt Magnes’ Geschichte in Gedichten und zeigt in Text und Bild, wie sich das Wissen über den Magnetismus geformt hat. Vier Zürcher Künstlerinnen und Künstler der Gegenwart setzen sich in eigens für die Ausstellung entwickelten Werken mit den historischen Bilddokumenten auseinander.
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Ian Anüll – Rien ne va plus

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Zurich – 5 February 2010 – 5 April 2010

Ian Anüll – Rien ne va plus

Ian Anüll: Made in China, 2009

Ian Anüll: Made in China, 2009

Ink on fabric, 4 parts, 64 x 64 cm each

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Der weit gereiste Künstler Ian Anüll (*1948) reagiert mit Leichtigkeit und wachem Verstand auf materielle und geistige Fundstücke. Mit den für ihn typischen Umdrehungen, Rückführungen und Bedeutungswechseln hinterfragt der Künstler festgefügte Werte unserer Gesellschaft. Er hat für seine Ausstellung im Helmhaus Zürich Videos, Fotografien, Installationen, Objekte, Collagen, Malereien und Schallplatten aus den letzten 25 Jahren zusammengestellt und neu komponiert. Zu sehen sind auch neue und ältere, noch nie gezeigte Arbeiten.

Den Empfangsbereich im 1. Stock hat Ian Anüll zum Schallplattenshop “Ultimate Records” umfunktioniert und konfrontiert damit zunächst mit einem ebenso persönlichen wie leidenschaftlichen Aspekt seiner Arbeit. Anüll zeigt sich in dieser Ladeninstallation als Musikproduzent, als Gestalter autonomer Plattencover und passionierter Schallplatten-Sammler.

Authentisch chinesischen Ursprungs ist die Serie “Made in China”, die im ersten Ausstellungsraum zu sehen ist. Hinter einem transparenten Raumteiler, das unter dem gewaltigen Schriftzug CHANEL chinesische Soldaten beim Appell zeigt, befinden wir uns im Land der Bildkopisten und Produktpiraten. Im Grossformat repräsentiert das aus Geldscheinen isolierte Mao-Portrait das heutige kapitalistische China, das Anüll im Video spielerisch umgarnt: Rund 70 Mal liess er sich – im Tausch gegen Schokolade made in Switzerland – in Peking von Leuten auf der Strasse jeweils ein Stück chinesischer Leinwand mit dem Schriftzug “Made in China” versehen, um so eine Bildserie zu erhalten, die nichts weiter ist als ihre eigene Herkunftsdefinition.

Ian Anüll: From the Series "1000 M", 1994/2009

Ian Anüll: From the Series “1000 M”, 1994/2009

Mixed media

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Im grossen, dreigeteilten Saal zeigt Anüll Arbeiten zu den Themen Geld, Kopie und aus der Serie “1000 M”. All diesen Themen ist zunächst gemeinsam, dass Anüll sich schon lange intensiv mit ihnen beschäftigt. Die zwölf wie aus Marmor scheinenden Säulenstümpfe der ältesten in der Ausstellung zu sehenden Arbeit aus dem Jahr 1983/1984 mit dem Titel “Change” stehen für das Ende ihrer Geldexistenz und die Umkehrung von Wertgewinnung. Die zwei unter dem Raumteiler platzierten Arne Jacobsen-Stühle funktionieren nicht einfach als Designklassiker – sie sind tatsächlich aus der Schweizerischen Nationalbank und werden hier zu scheinbaren Kultobjekten, auch indem Anüll ein fehlendes Furnierstück mit Gold hat ausbessern lassen. Im Mittelteil des Raumes zeigt sich Anülls doppeldeutiger Umgang mit kyrillischen Schriftzeichen und die Übertragung vorgefundener Farbimpulse in neue Bilder, jede Kopie ein Original – und umgekehrt. Ergänzend sind hier Arbeiten aus der Serie “Chocolate” (2008/2009) dem neusten Werk des Künstlers, “Take me to the Moon”, der zehnfachen Vergrösserung eines Kinderzimmerobjekts, gegenübergestellt. Eine interessante Wechselwirkung zeigt die Serie “1000 M”. Wofür steht ein einzelnes Zeichen? Wie universell ist eine mögliche Bedeutung? Welche Transformationen verträgt ein solches Zeichen, ohne seine Bedeutung zu verlieren? Die auf den Raumteiler produzierte Fotografie zeigt eine erste naheliegende Zuordnung:

Für das auf der documenta IX 1992 von Ilya Kabakov nachgebaute Toilettenhäuschen steht M für die dem männlichen Geschlecht zugedachte Hälfte einer Bedürfnisanstalt. Das gilt jedoch nicht für die Ms von Anülls Zeitschriftenarbeiten und die Ms der übermalten Zeitungsbilder. In der Schweiz steht ein M selbstredend für Migros. Es steht nicht für McDonalds und nicht für die französische Metro. Es steht je nach Gestaltung für Labels, die wir in der Schweiz nicht kennen.

Ian Anüll: Trademark, 2007

Ian Anüll: Trademark, 2007

Acrylic on fabric, 39 x 38 cm

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Eine weitere zusammengehörige Gruppe bilden im kleinen Ausstellungssaal jene Arbeiten, die unter dem Begriff Zeitbilder zusammenfasst sind. Mit subtilen Eingriffen oder kleinen Verschiebungen thematisiert Anüll hier Zeitsprünge um teilweise viele Jahrzehnte und visualisiert damit das Vergehen von Zeit. Dem gefundenen Ölbild eines Apfelbaumes bei Weinstegen fügt Anüll exakt 50 Jahre später auf ganz eigene Art einen zweiten hinzu. “Deutschland 07”, eine Arbeit, welche die möglichen sechs verschiedenen Kombinationen von schwarz-rot-gold als Fahnensammlung auf Zeitungspapier zeigt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung der verwendeten Berliner Zeitungen als Überwindung von zwei Jahrzehnten, in denen sich in Berlin so ziemlich alles geändert hat.

Im oberen Ausstellungsgeschoss sind in zwei Räumen Arbeiten zum Thema Obdachlosigkeit zu sehen. Anüll knüpft damit an frühere Arbeiten an und verfolgt Fragen, mit denen er sich seit den späten 1980er Jahren beschäftigt. Die Videoprojektion “Gran Via” (2006) zeigt in den Strassen Madrids einen Mann, der alte Kartons fein säuberlich zerlegt und Teile davon in einer Art und Weise so ordentlich aufschichtet, als mache er sich ein Bett für die Nacht zurecht. Unterschiedliche Formen vom Leben auf der Strasse zeigen auch Videoarbeiten der Serie “Grande Rue” (2009). Sie werden im grossen Saal auf federleichte Daunendecken projiziert und wecken die Assoziation an ein Schlaflager. Mit dem Thema der Notschlafstelle hat sich Anüll neben dem der Obdachlosigkeit immer wieder künstlerisch auseinandergesetzt und verschiedene Umsetzungen dieses Komplexes ziehen sich entsprechend durch sein Werk.

Der Ausstellungsrundgang endet im letzten Saal mit Teilen von Anülls Sammlung von Künstlerschallplatten. Hier befindet sich auch die Arbeit “World Music”, eine im LP-Format gehaltene Arbeit, die hinter unbehandelter Baumwolle für akustische Überraschungen sorgt: Ein Potpourri aus unterschiedlichsten Sounds von Punk bis Klassik, durchmischt mit Alltags- und Naturgeräuschen.

Zur Ausstellung erscheint das Buch “Ian Anüll: Rien ne va plus” mit zahlreichen Abbildungen, sowie Texten zu Arbeiten des Künstlers von Huang Qi, Nils Röller, Rolf Winnewisser und Andreas Vogel. Gestaltet wurde das Buch von Georg Rutishauser, den Vertrieb übernimmt die edition fink, Verlag für zeitgenössische Kunst, Zürich.

Source: like you – the art network

This Text in:

Helmhaus Zurich

Limmatquai 31
8001 Zurich
Phone:

+41 44 251 61 77

Exhibition
5 February 2010 – 5 April 2010
Online since 3 February 2010
Opening Hours:
Di-So 10 – 18 Uhr Do 10 – 20 Uhr